Jesus.de finanziert sich durch Spenden seiner Nutzer und durch Werbung. Danke für das Beachten der Anzeigen unserer Sponsoren! Jesus.de unterstützen!

Der Thread ist geschlossen!

veraltet

Ansicht wird aktualisiert
 
 
20.12.18 10:37
OrleanderMitglied des Jesus.de-Teams
 
 
20.12.18 15:45
kahei2
 
 
20.12.18 15:49
Irrwisch
 
 
20.12.18 19:24
Ungehorsam
 
 
20.12.18 16:13
Katy3
 
 
20.12.18 19:32
Ungehorsam
 
 
20.12.18 22:14
Katy3
 
 
21.12.18 17:20
Ungehorsam
 
 
22.12.18 02:32
Suzanne62
 
 
24.12.18 08:50
Eddie78
 
 
04.01.19 07:27
Sterbender
 
 
20.12.18 16:29
Vigil
 
 
20.12.18 18:46
pvm
 
 
20.12.18 22:12
Katy3
 
 
20.12.18 23:06
pvm
 
 
21.12.18 19:39
Clay
 
 
22.12.18 00:38
Bernd2
 
 
22.12.18 23:18
Clay
 
 
22.12.18 23:54
Bernd2
 
 
23.12.18 00:09
Clay
 
 
22.12.18 02:43
Suzanne62
 
 
22.12.18 23:28
Clay
 
 
23.12.18 00:50
Bernd2
 
 
23.12.18 01:12
Suzanne62
 
 
23.12.18 23:53
Bernd2
 
 
24.12.18 01:11
Suzanne62
 
 
24.12.18 07:58
Irrwisch
 
 
24.12.18 10:29
Ungehorsam
 
 
24.12.18 13:50
Suzanne62
 
 
26.12.18 01:15
Bernd2
 
 
04.01.19 00:23
Bernd2
 
 
24.12.18 09:58
Sterbender
 
 
24.12.18 13:31
Sterbender
 
 
27.12.18 00:39
Bernd2
 
 
27.12.18 05:42
Sterbender
 
 
28.12.18 00:33
Bernd2
 
 
27.12.18 01:20
pvm
 
 
27.12.18 05:53
Sterbender

Re: Den Armen gehört das Himmelreich

Suzanne62zum BeitragWarum sollte Gott Wesen mit einem eigenen Willen schaffen, nur um ihnen diesen eigenen Willen wieder unter Zwang zu nehmen? Die Logik darin verstehe ich nicht. Solange ich nichts Böses, von Gott Verbotenes will, kann ich keine Sünde darin erkennen, einen eigenen Willen zu haben.


Es war sicherlich kein Betriebsunfall der Schöpfung Gottes, dass wir alle einen (relativ) Freien Willen haben. Unter Freiem Willen verstehe ich die Möglichkeit völlig unvernünftige, egoistische, böse Dinge zu tun oder entsprechende Pläne zu haben. Gott fällt mir nicht in den Arm, wenn ich dies tue bzw. lebe, deshalb gibt es Kriege, Mord, Totschlag, Hitler und sein Volk, die Gaskammern des Dritten Reiches und in der Vergangenheit die Kreuzzüge und den Missbrauch einer Religion der Liebe zum Ausüben von Macht - oft ohne schlechtes Gewissen. Die Aufzählung ist riesig, die einem dazu einfallen kann.

Die Möglichkeit böse zu sein, Grenzüberschreitung zu betrieben, verstehe ich unter Sünde. Bildhaft in Form eines Schöpfungshymnus und als eine Art Glaubensbekenntnis gehört in die Schöpfungsgeschichte Adam und Eva, die für den Menschen und die Menschin schlechthin für alle Zeiten stehen. Sie haben unerlaubt vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen in dem Sinne einer schon vor Jahrtausenden geahnten Erkenntnis, dass der Mensch ein Kulturwesen geworden ist (der seine Nacktheit entdeckt) und der soetwas wie eine Ahnung hat, dass der Freie Wille auch wesentlich beinhaltet, sich für Gut oder Böse, für Sozial oder Unsozial, für Egoismus oder Liebe - usw. - immer wieder entscheiden zu müssen. Inzwischen wurde der Mensch ja aus dem Garten Eden vertrieben, er ist jetzt ein eigentlicher verantwortlicher Mensch, in einer Welt mit Schatten und Licht sowie viel dazwischen und all diesen Konflikten, mit sich und seinen Aggressionen umzugehen.

Kain und Abel ist die Geschichte, wo nochmals deutlich wird, dass die Sünde vor der Tür lauert. Kain hat seinen Bruder nicht erschlagen aus Mordlust, sondern aus religiöser Eifersucht. Interessant ist, dass Gott den Mord Kains nicht mit einer Todesstrafe ahndet. Zieht man diese Linie weiter bis Jesus, dann geht es nicht nur darum nicht zu töten, sondern sogar seine Feinde zu lieben. Am besten, wenn man sich eine unendliche Mühe gibt, mit seinen Feinden Frieden schließt - vielleicht auch durch Kompromisse - und sie dann zu Freunden werden lässt.

Unter Sünde würde ich die Eigendynmik verstehen, die unsere inneren Abgründe haben können.

Theologisch sollte man die Begriffe SÜNDE und SÜNDEN trennen.

[b][u]Sünde beschreibt einen Zustand einer grundsätzlichen Absonderung des Menschen von Gott (nicht Gott vom Menschen[/u]n)[/b]. Poetisch könnte man das mit Romeo und Julia vergleichen, die nicht zueinander kommen können, weil ein reißender Strom sie trennt, wenngleich die Sehnsucht groß ist. Die Trennung des Menschen von Gott ist dabei des Menschen Werk - wie oben beschrieben als ein Fallen in den eigenen Abgrund - und deshalb auch des Menschen Schuld. Er der Mensch möchte - wenn er das möchte - aber gerne wieder ins Paradies, in die Nähe Gottes zurück. Er will den Strom überwinden, der aber unüberwindlich ist.

Das war Luthers Problem, der sich unendlich quälte, ein gottgefälliges Leben zu führen, sich mit all seinen Mühen Gottes Gnade zu erarbeiten. Seine Erkenntnis war: Gott ist gnädig, man braucht ihn nicht gnädig zu stimmen. Wenn Jesus am Kreuz für die Sünde aller Menschen gestorben ist, muss man sich diesen Fluss der Schuld wegdenken. Völlig ohne einen Verdienst dafür zu haben, werden wir von Gott geliebt, trotz unserer Fehler. Nun meinen dann biblische Texte, dass das Ergebnis dieser inneren Befreiung Dankbarkeit sein sollte, besser Liebe. Wir können zwar nur kleine Brötchen backen, aber wir können uns bessern.

SÜNDEN (im Gegensatz zur Sünde) würde man besser Übertretungen nennen. Diese werden mir vergeben, wenn ich darum bitte - und wenn ich mit meinem Mitmenschen auch entsprechend gnädig umgehe, ihm eine zweite Chance gebe und nicht den Stab über ihn breche. Der schöne Bibelvers "wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir vor Gott haben sollten" beschreibt den Umstand, dass wir nicht fehlerfrei sind sowie nicht im Paradies leben. Es gibt Schuld durch uns, aber wir werden für unsere Unvollkommenheit nicht hingerichtet, sondern mit Liebe gerichtet (besser ausgerichtet auf die Versöhnung mit Gott).

Nach diesem Verständnis von Sünde und Sünden - sowie Freiem Willen - wird auch die in den beiden großen Kirchen praktizierte Kindertaufe verstanden. Sie versinnbildlicht, insbesondere weil sie keine Magie und keine Impfung gegen die Erbsünde ist, daß Gott uns völlig voraussetzungslos liebt, wie ein kleines völlig unreligiöses Baby und jeden anderen Menschen auch. Deshalb ist Jesus am kreuz nicht nur für die Guten oder Gutwilligen gestorben, sondern wirklich für die Bösewichte und Bösewichtinnen der Welt, also auch für den Typus Kain, für Judas und alle Menschen, denen wir im Himmel nicht begegnen wollen.

Die Hölle ist insolvent, sie auf Erden wenigstens zu minimieren wäre schon ein größeres Wunder als die Fertigstellung des Berliner Flughafens. Das Jüngste Gericht hat stattgefunden am Kreuz. Deshalb habe ich die Hoffnung, dass sich alle Menschen, die je gelebt haben, leben oder in Zukunft leben werden, aus Freiem Willen mit Gott versöhnen. Aber das ist Gottes Werk einer Erlösung nicht nur des Menschen, sondern jeder Kreatur. Am Ende steht die Neuschöpfung von Himmel und Erde, also ein neues Universum. Das Paradies, aus dem wir vertrieben wurden.

Die geistlich Armen, die vor Gott mit leeren Händen stehen und sich von ihm beschenken lassen, in dem sie seine Versöhnung im hiesigen Leben annehmen, sind selig (siehe Bergpredigt). Ebenso diejenigen, die unendliches Leid erleben, weil wir die Hölle auf Erden in Betrieb halten. Sie werden getröstet und sie sind diejenigen, die am wenigsten die Verhältnisse in Diesseits reformieren könnten.

Ich wollte niemand besserwisserisch belehren, sondern das Thema nochmals reflektieren. Christen verstehen ja manches unterschiedlich

BERND

Zu nächstem neuen Beitrag springen
© 2019 SCM Bundes-Verlag gGmbH - Impressum - Allgemeine Nutzungsbedingungen - Datenschutz