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20.12.18 10:37
OrleanderMitglied des Jesus.de-Teams
 
 
20.12.18 15:45
kahei2
 
 
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Katy3
 
 
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Ungehorsam
 
 
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Bernd2
 
 
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Bernd2
 
 
27.12.18 05:42
Sterbender
 
 
28.12.18 00:33
Bernd2
 
 
27.12.18 01:20
pvm

Re: Jesus hat ein ganz anderes Bild von Gott offenbart

Hallo Sterbender,

Sterbenderzum BeitragWie definierst Du Armut im Sinne Jesus, der der Schlüssel zum Reich Gottes sein soll ? Sind das die , die am Rande unserer Gesellschaft wohnen ? Die von anderen verachtet werden ?


Ja= Es gibt die am Rande der Gesellschaft, die Verachteten, die Ungeliebten und alle, die in dieser Welt keinen Boden unter die Füße bekommen; allerdings auch die Friedfertigen (die es ja auch nicht einfach haben). Selbstverständlich die Millionen Flüchtlinge, die Geschundenen, Ermordeten, Verhungerten und die, die um der
Gerechtigkeit willen verfolgt werden. Auch die verfolgten Christen.
Und diejenigen, die hungern und verhungern und/oder in den Slums dahinvegetieren und in den Müllhalden nach Essen oder Rohstoffen suchen um die überleben.

Man braucht nur die Bergpredigt lesen, um zu wissen, dass diese auch eine in die Gesellschaft hineinwirkende Kraft sein soll. Etwa in dem Sinne, dass wir als Christen Salz der Erde und Licht der Welt sein sollen. Deshalb haben die ersten Christen ihr Leben völlig geändert und alles miteinander geteilt. Wer ursprünglich Römischer Soldat war, folge Jesus nach und legte seine Waffen weg. Später wurde das Christentum eher eine Form religiös instrumentalisierter Machtausübung über eine riesige Menge ungebildeter und zumeist armer Menschen. Weil niemand mehr wirklich wusste, was Jesus gesagt hatte, auch nicht die Priester, konnten Kreuzzüge stattfinden und Hexenverfolgung durchgeführt werden. Die 10 Gebote wurden in jedem Krieg automatisch ausser Kraft gesetzt. Töten durfte man nur seinen Nachbarn nicht, aber den Feind samt Kindern umzubringen, auch auf bestialische war das erlaubt. Folter gehörte zur staatlichen Strafe. Mit ihm trieb man den Teufel aus und hielt die Hölle auf Erde eigenständig in Betrieb. (Im Römischen Reich zur Zeit Jesu war das nicht grundlegend anders. Jesu Bergpredigt ist daher zeitlos).

Aber das folgende wird ja dann auch an anderer Stelle gesagt, die geistlich-Armen. Das sind die, die darum wissen, dass sie wie alle anderen Menschen, die je gelebt haben und leben werden, einfach mit leeren Händen vor Gott stehen und sich diese füllen lassen müssen. Sie sind das Gegenteil der argogant-Frommen, weil sie Gott nichts geben können außer ihr Vertrauen darauf, dass Gott mich so liebt wie ich bin, weil er barmherzig ist und die Liebe.

Sterbenderzum Beitrag. Dafür , das alle erwählten Menschen ( Deine Worte ) ohne eigene Werke gerecht sind hat Jesus aber viele Bedingungen aufgezählt .


Liebe kann man nicht kaufen, weil das dann keine Liebe ist. Die Liebe Gottes ist ansonsten nicht an Bedingungen geknüpft in dem Sinne, dass Gott den Sünder liebt, aber nicht die Sünde. Das ist auch das Sinnbild, dass kleine Baby, die weder glauben oder sprechen können und die nichts von Gott wissen, getauft werden. Sie sind wie wir alle um unserer selbst willen geliebt (so wie Eltern ihre Kinder lieben, auch wenn die sehr schwierig sind; was ja nicht bedeutet, dass sie ihre Schwierigkeiten lieben).

Später muss man dann - bildlich gesehen - in seine eigene Taufe eintreten. Für ein solches Eintreten im Sinne einer nachträglichen Entscheidung ist die Firmung (katholisch) und die Konfirmation (evangelisch) vorgesehen. In beiden großen Kirchen ist die Erwachsenentaufe als Entscheidungstaufe gleich wichtig. In vielen Freikirchen gibt es eben nur diese Entscheidungstaufe. Gott muss man sich also nicht wohlgesonnen stimmen und man muss sich auch nicht um einen gnädigen Gott bemühen (etwa durch gute Werke), sondern Gott ist gnädig. Das hat Luther erkannt und ist eine seiner zentralen Erkenntnisse.

Sterbenderzum Beitrag2. Ist also seine Herrschaft nicht die Herrschaft eines , der das das Sagen haben will und die damit verbundene Verantwortung auf sich nimmt ? Also keine HERR-schaft ?


Das steht auch ganz deutlich im Neuen Testament, ohne dass ich jetzt die Stelle wörtlich zitieren könnte und genau wüsste, wo es geschrieben ist. Dass nämlich die Herrscher (dieser Welt) ihre Völker knechten, dass aber die Herrschaft Gottes eine ganz andere ist. Wenn Jesus der Friedefürst ist, wird Gottes Herrschaft mit den Mitteln der Liebe erfolgen. Sonst hätte er uns wie Ungeziefer längst vernichtet und die Erde vor einer weiteren Erhitzung bewahrt.

Das schließt nicht aus, dass Gott mir meinen Freien Willen lässt und dass ich dann auf die Nase falle und von selbst erkenne, dass ich nur im Vertrauen auf Gottes Nähe und Allmacht ein geborgenes Leben haben kann. Wir dürfen und sollen sogar Fehler machen dürfen, damit wir daraus lernen.

Leider ist mit dem Freien Willen auch verbunden, dass wir absolut böse wie Kain oder wie Judas oder noch schlimmer sein können. Es gibt in uns einen inneren Abgrund, die Bibel spricht von Sünde, also einer gewissen angeborenen oder angelernten Widerborstigkeit gegen Gott. Gegen diese Feindschaft des Menschen gegen Gott schickt er keine Engel als Soldaten, sondern seinen Sohn als seine Liebe. Er bekämpft das Böse mit dem Guten. So wie er uns vergibt, sollen wir auch unserem Mitmenschen 77 x 7 mal vergeben, wir dürfen also über niemandem entgültig den Stab brechen. Gott tut es über uns auch nicht. (Deshalb gibt es bei uns auch keine Todesstrafe, die Gott selbst über Kain nicht verordnete).

Sterbenderzum Beitrag Dafür , das alle erwählten Menschen ( Deine Worte ) ohne eigene Werke gerecht sind hat Jesus aber viele
Bedingungen aufgezählt . Stell Dir einfach mal vor , Du würdest nicht in Deinen Werken gehen , sondern in den Werken , die er vorbereitet hat . Das wäre doch eine andere Lösung des Problems . Es sind dann ja nicht Deine Werke zur Gerechtigkeit sondern seine . Jesus hat ja gesagt , er ist nicht gekommen das Gesetz aufzuheben sondern zu erfüllen . Das würde er dann ja tun , wenn ich in seinen vorbereiteten Werken handle .


Wenn ich Gott liebe ist das so - und man kann das vom Gefühl her so beschreiben - wie wenn ich verliebt bin - in Gott. Wenn ich also in aller Bescheidenheit nach meinem Vermögen mich am Beispiels Jesu orientiere, dann weiß ich eines: Ich kann nur selig werden allein durch Gnade, nicht durch meine Werke. Aber wenn ich dann auch weiß, dass Jesus Christus am Kreuz für mich, für alle Welt, auch für Kain und ebenso für Judas gestorben ist - und dass er meine Schuld ans Kreuz genagelt hat (gelöscht hat), kann ich aus Dankbarkeit handeln. Mit meinen Werken zeige ich meine Dankbarkeit. Deshalb sagt Jesus ja auch, dass man seine Gebote halten soll, wenn man ihn liebt. Die Werke sind immer eine Antwort der Dankbarkeit. Gott ist kein Buchhalter und sammelt nicht unsere Plus- und Minuspunkte.

Natürlich sind die 10 Gebote dafür da, dass wir sie achten. Unsere Vorgänger/innen im Glauben, die Juden, haben dazu noch 713 weitere (man würde fast sagen) Ausführungsbestimmungen erlassen. Dazu gibt es ganz viele Auslegungen, wie und unter welchen Bedingungen sie wie anzuwenden sind. Deshalb ist es wichtig, dass Jesus das ganze Gesetz Gottes zusammengefasst hat in zwei Forderungen: Liebe Gott von ganzen Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst. Wenn wir also Gott lieben, und unseren Nächsten, dann sollen wir nicht nur sondern wir dürfen auch ausdrücklich uns selbst lieben. Wir sind als von Gott Geliebte auch Menschen, die mit sich selbst achtsam und wertschätzend umgehen dürfen. Luther meinte, dass deshalb der Christ ein Freier Mensch sei und niemand untertan (nicht verskalvt).

Sich selbst zu lieben bedeutet ganz praktisch, dass ich einsehe, dass mein Wert darin liegt, dass ich für Gott wertvoll bin - unverdienterweise. Und wenn ich wertvoll bin, dann darf ich auch ganz unverkrampft ich selbst sein, mit meinen Marotten und kleinen Fehlern. Die Ecken und Kanten anderer Menschen muss ich tolerieren, wenn ich das auch von ihnen erwarte.

Jesus hat das Gesetz erfüllt, in dem er dazu beitrug, dass man die Bibel mit den Glaubenserfahrungen aus mehr als 2000 Jahren nicht als Strafgesetzbuch des Himmels versteht. Auch Abraham hat nicht aus Angst vor Gott gehandelt, sondern vertraute Gott so, dass er aufbrach in einen neues Land, das Gott ihm zeigen wollte. Dieses Vertrauen rechnete ihm Gott seiner Gerechtigkeit zu.

Im übrigen ist noch eine Analogie nachdenkenswert: Im Rechtssystem ist es so, dass ein Freigesprochener (sogar wenn das ein juristischer Irrtum war) nicht noch einmal für die gleiche Sache bestraft werden kann. Wenn Jesus für uns gestorben ist, dann sind wir freigesprochen.

Für Menschen, die nichts von Gott wissen, wissen können, wissen wollen, die ihn gar nicht kennen usw usw. gilt auch die Erlösungstat Jesu am Kreuz. Denn wenn die ganze Schöpfung - dazu gehört wirklich das ganze Universum sowie alle Pflanzen und Tiere - erlöst werden, dann gilt das letztlich auch für diejenigen, die sich mit Gott noch nicht versöhnt haben. Es wird auch so etwas wie ein Gericht Gottes geben, aber das Urteil dieses Gerichtes wurde schon vollstreckt, nämlich anstelle von uns an Jesus. Deshalb werden sich - so hoffe und glaube ich - am Ende aller Tage alle Menschen mit Gott freiwllig versöhnen. Wenn dies nicht so wäre, würde nicht die ganze Schöpfung erlöst, sondern nur ein paar Auserwählte. Gott wäre unvollkommen, er hätte es nicht geschafft, einen Neuen Himmel und eine Neue Erde zu schaffen.

Dazu kann ich frei aber nicht wörtlich zitieren das Bibelwort, dass Jesus Christus die Schlüssel hat zur Hölle und zum Tode. Wozu hat man Schlüssel, wenn man nicht gedenkt aufzuschließen. Oder wozu gebraucht man das Bild, dass dort jemand eingesperrt ist, wollte man ihn nicht befreien. Am Ende werden sich alle Knie vor Gott beugen und alle Menschen werden zum Berg des Herrn gehen - steht auch in der Bibel.

Das Ganze ist in dieser Spannung zwischen Gericht und Gnade gewoben. Gott ist Richter, er richtet als jemand der Liebe ist. Und Gott ist gnädig und er bestraft nur, damit wir lernen uns zu ändern und auf ihn zu vertrauen. Daran glaube ich fest.

BERND


Nachtrag vom 28.12.2018 00:59:41


Es gibt die schöne bildhafte Geschichte über den Grund, warum wir hier auf Erden leben und nicht im Paradies und bei Gott geblieben sind: Wir sind wie Zuschauer vor der Bühne des Lebens, oder sind auch Mitspieler und dürfen uns fragen: Wozu ? Was hat sich der Regisseur dabei gedacht. Vielleicht das was lernen ? (Mein Privatgedanke)

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