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Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 13:27 Uhr

im letzten "Wort zum Sonntag" im ARD wurde ein interessanter Gesichtspunkt aufgegriffen: sollte die Kirche sich überhaupt in Gesellschaftsthemen und in die Politik einmischen?
Oder sollte sie sich da raus halten und sich auf ihre Hauptaufgabe, - der Verkündigung des Wortes Gottes - konzentrieren?
Aktuell wäre jetzt ja gerade die Anschaffung und Betreuung eines Schiffes zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer zu nennen und die Beteiligung an Demonstationen zur Klimarettung.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 14:38 Uhr

Schon die 10 Gebote sind politisch.
Wenn Gott sagt, du sollst keine anderen Götter neben mir haben, dann wird der Anspruch weltlicher Mächte auf Göttlichkeit durchkreuzt. Nicht der Mammon ist Gott, nicht das Auto, nicht das Volk, nicht die Nation, nicht irgendwelche Mächtigen auf der Welt, die Gott mit lockerer Hand vom Thron stößt.
Also mischt die Kirche sich in weltliche Belange schon dadurch ein, dass sie Gotte Wort verkündigt.
Die Rettung Schiffbrüchiger ist eine Frage der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe, die ganz klar christliche Werte sind Bei der Klimarettung geht es um Bewahrung der Schöpfung. Auch hier kann die Kirche aus ihrem Auftrag heraus ein Wörtchen mitreden.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 15:53 Uhr

PeterPalettizum BeitragAlso mischt die Kirche sich in weltliche Belange schon dadurch ein, dass sie Gotte Wort verkündigt.


Dagegen spricht aber Jesus Selber: Johannes 18,36: Mein Reich ist nicht von dieser Welt....
Jesus hatte es rigoros abgelehnt, sich in die politischen Verhältnisse Seiner Zeit (Verhältnis Juden zu den Römern) einzumischen.
Wer hätte dazu eher und noch mehr die Berechtigung gehabt als Er?

Wo ist Sein Auftrag für uns, uns in die politischen Verhältnisse unserer Zeit einzumischen?

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:00 Uhr

Draeggsaggzum BeitragJesus hatte es rigoros abgelehnt, sich in die politischen Verhältnisse Seiner Zeit (Verhältnis Juden zu den Römern) einzumischen.

Und er wurde doch als politischer Aufrührer hingerichtet.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:01 Uhr

Draeggsaggzum BeitragWo ist Sein Auftrag für uns, uns in die politischen Verhältnisse unserer Zeit einzumischen?

Wo siehst du denn ein Verbot, sich politisch zu engagieren?

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 22:22 Uhr

Suzanne62zum BeitragWo siehst du denn ein Verbot, sich politisch zu engagieren?


Ich sehe da weder ein Gebot noch ein Verbot, die Bibel verhält sich hier wohl eher neutral

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:02 Uhr

Wenn die Kirchenmitglieder so sehr dafür wären, dass die Kirche sich in die Politik einmischt, warum sind dann in den letzten Jahren so viele Leute aus der Kirche -sowohl aus der evangelischen als auch aus der katholischen- ausgetreten?
Nur die Zeugen Jehovas haben beständigen Zuwachs und so viel ich weiß, unterhalten die keine politisch wirkende oder mildtätige oder gemeinnützige Stiftung.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:31 Uhr

Warum Menschen aus der Kirche austreten, da ist der Grund sicher sehr vielschichtig. Es mag auch Leute geben, die aus der Kirche austreten, weil sich die Kirche in die Politik einmischt. Ebenso mag es aber andere geben, die andere Gründe benennen.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:04 Uhr

PeterPalettizum BeitragWarum Menschen aus der Kirche austreten, da ist der Grund sicher sehr vielschichtig. Es mag auch Leute geben, die aus der Kirche austreten, weil sich die Kirche in die Politik einmischt.

Ebenso treten Leute aus, weil sie glaubwürdiges politisches Engagement vermissen.
Die Gründe, warum Menschen aus den Kirchen austreten sind, wie du ganz richtig sagst, sehr vielfältig und vielschichtig.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 17:04 Uhr

Draeggsaggzum BeitragNur die Zeugen Jehovas haben beständigen Zuwachs und so viel ich weiß, unterhalten die keine politisch wirkende oder mildtätige oder gemeinnützige Stiftung.


Bist du sicher? Ich habe gerade mal gegoogelt, zumindest was Deutschland betrifft, haben sich die Zahlen seit ca. 20 Jahren kaum verändert.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 22:31 Uhr

also ich kann hinkommen, wo ich will, die Zeugen Jehovas sind immer schon da und stehen auf dem Marktplatz.
Neulich habe ich meine Schwester besucht, die wohnt wirklich in der Provinz, da gibt es keinen Bäcker, keinen Metzger, keinen Supermarkt, keinen Friseur, also wirklich sozusagen am Ende der Welt.
Aber ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als zielstrebig zwei Zeugen Jehovas auf das Haus meiner Schwester zumarschiert kamen.
Also die sind nicht nur in den Großstädten auf deren Marktplätzen aktiv sondern auch in der tiefsten Provinz, alle Achtung vor deren Fleiss.
Und ich denke, je mehr Ratlosigkeit herrscht, was zum Beispiel die Flüchtlingsfrage betrifft oder den Klimawandel, umso mehr Zuwachs gibt das für die Zeugen Jehovas.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 06:17 Uhr

Bei uns stehen sie auch und in letzter Zeit kommen sie mit einem schicken Wagen von auswärts und sehen sehr gestylt aus. Aber sie stehen dann da und keiner interessiert sich für sie. Ich würde daran, dass sie in jeder Kleinstadt stehen, nicht festmachen, dass sie ständig wachsen.

Wenn du die Mitgliederzahlen anschaust, so sind diese in den letzten 20 Jahren ungefähr gleich geblieben.

Außerdem fällt auf, dass es zunehmend Berichte über Aussteiger gibt.

Aber das ist hier ja nicht das Thema. Ich wollte nur deine Aussage, dass sie ständig wachsen, nicht so stehen lassen.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 12:12 Uhr

Aqua-marinzum BeitragWenn du die Mitgliederzahlen anschaust, so sind diese in den letzten 20 Jahren ungefähr gleich geblieben.


Die evangelische und katholische Kirche wäre schon froh, wenn sie das von sich auch behaupten könnten

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 15:23 Uhr

Draeggsaggzum BeitragDie evangelische und katholische Kirche wäre schon froh, wenn sie das von sich auch behaupten könnten


Ja das denke ich auch, trotzdem stimmt deine Aussage

Nur die Zeugen Jehovas haben beständigen Zuwachs

nicht, wenn man die Mitgliederzahlen von 2000 - 2018 betrachtet.

Re: Statistik EKD

24.09.2019 11:07 Uhr

Draeggsaggzum BeitragWenn die Kirchenmitglieder so sehr dafür wären, dass die Kirche sich in die Politik einmischt, warum sind dann in den letzten Jahren so viele Leute aus der Kirche -sowohl aus der evangelischen als auch aus der katholischen- ausgetreten?
Im Juli hat die EKD ihre Statistiken zum Jahr 2018 veröffentlicht:

17.481 Taufen die keine Kindertaufen waren
16.342 Wiederaufnahmen
9.887 Wechsel aus anderen christlichen Kirchen
macht insgesamt 43.710 - in einem Jahr!

Es mag sein dass die Austritte (von Karteileichen?) diese Zahl um fast ein fünffaches übertrifft, aber ich finde das trotzdem beeindruckend. Zum Vergleich, der BEFG, die größte Freikirche in D, hat insgesamt gerade mal 82.000 Mitglieder...

Re: Statistik EKD - Austrittsgründe

24.09.2019 11:18 Uhr

Solches erleben wir auch immer wieder in unserer Gemeinde.
Für mich ein deutliches Zeichen, dass nicht alles so schlecht ist, wie es oft gesehen (oder dargestellt) wird.

Ohnehin haben die meisten Kirchenaustritte nach meiner Erfahrung nichts mit Glaubensgrundsätzen oder Ablehnung des (politischen, sozialen, wirtschaftlichen und sonstigen) Engagements der Kirche zu tun.
Meistens sind es Leute, die tatsächlich nur aus Bequemlichkeit die Abmeldung in der Schublade liegen ließen und einen Anstoß (= "Aufreger") brauchten, um diesen Schritt zu tun.
So haben sich Leute aus unserer Gemeinde abgemeldet, weil wir eine große Grünfläche neben der Kirche an einen Bauträger verkauften.
Andere traten aus unserer Nachbargemeinde aus, als diese 4 große Bäume neben der Kirche fällen ließ.

Re: Statistik EKD - Austrittsgründe

24.09.2019 11:53 Uhr

Bei uns traten damals Leute aus der evangelischen (!) Kirche aus, weil der katholische (!) Limburger Bischof im Prunk lebte
Soviel zum Thema "bewusster" Austritt.

Re: Statistik EKD

30.09.2019 10:27 Uhr

Die Beweggründe für die Eintritte und Austritte werden in der Statistik nicht genannt. Daher können wir nur spekulieren.
Mal ein paar Beispiele aus der Praxis:

- Ein Paar will kirchlich heiraten. Er ist aber kein Kirchenmitglied. Also wird er Mitglied. Doch wenige Wochen nach der Heirat tritt er wieder aus. Gleiches ist auch bei Taufen zu erleben. Die Mitgliedschaft wird bei Einzelnen nur als formeller Akt gesehen (solche Storys habe ich bei einem Pfarrkonvent gehört).

- Manche treten aus beruflichen Gründen ein. Damit ich unter dem Dach der EKD arbeiten kann, bin ich Mitglied geworden. Nicht, weil ich die EKD so überzeugend finde (ich bin aber auch nicht gegen sie), sondern weil meine Arbeit sonst nicht möglich wäre. Ich selbst bräuchte so eine Mitgliedschaft nicht.

Klar, es gibt noch viele andere Gründe. Gewiss auch Menschen, die aus Überzeugung eintreten, weil die Kirchgemeinde vor Ort richtig gute Arbeit macht. Ja, es ist nicht alles schlecht und es gibt mutmachende Geschichten.

Doch in der Gesamtheit bleibt der Trend:
M.E. alle Gemeinde- und Kirchverbände verlieren seit Jahrzehnten Mitglieder. Wachstum besteht oft nur aus Transferwachstum.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:09 Uhr

PeterPalettizum BeitragWenn Gott sagt, du sollst keine anderen Götter neben mir haben, dann wird der Anspruch weltlicher Mächte auf Göttlichkeit durchkreuzt.


Das könnte man so hinbiegen. Biegen kann man immer. Das ist theologischer Sport.
Aber bei dem diesem Gebot geht es um "göttliche Konkurrenten", die es damals gab. Heute würde man sagen, es geht z.B. um den islamischen Allah, hinduistische Gottheiten pp.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:29 Uhr

Woran dein Herz hängt, das ist dein Gott
So heißt es sinngemäß in Luthers Kleinen Katechismus. Das kann ein Gott sein, der von anderen Menschen angerufen wird, muss es aber zweifellos nicht. Das kann sehr gut jemand sein, den man quasi göttliche Autorität zumisst. Also weltliche Dinge und Mächte.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:35 Uhr

Gut, das ist eine thematische Erweiterung. Kann man machen. Muss man aber nicht zwingend.
Die Originalkonkurrenz bleibt - im Background der Entstehung der 10 Gebote und der Entstehung der Thora - die Konkurrenz durch die babylonischen Götter.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:07 Uhr

Banjizum BeitragGut, das ist eine thematische Erweiterung. Kann man machen. Muss man aber nicht zwingend.

Hat Jesus selbst gemacht als er sagte, man könne "nicht Gott dienen und dem Mammon". Und als er dazu aufforderte, sich "Schätze im Himmel" zu sammeln.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 08:53 Uhr

Zwingend ist das nicht, aber in der Anfangszeit des Christentums sind christliche Märtyrer dafür gestorben, dass sie dem römischen Kaiser, der als Gott verehrt werden sollte, keine Opfer darbrachten. Ich glaube nicht, dass sie sich den Dekalog einfach so hingebogen haben.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 11:37 Uhr

Sie haben damit Jesus Christus die Ehre und den Vorrang als Gott gegeben, aber damit keine weltlichen Themen diskutiert.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 15:31 Uhr

Nein diskutiert haben sie nicht, sie haben gehandelt - und zwar im politischen Raum- , weil sie wussten, dass Reden ohne Handeln unrecht ist.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 16:03 Uhr

Sie haben ihren Glauben gelebt, im Umfeld in dem sie lebten.

Das hat eine anderen Nuance als politisch-gesellschaftliche Forderungen zu erheben.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 14:55 Uhr

Kirche ist kein Planet ausserhalb unserer Erde.

Weswegen solle Kirche sich denn nicht politisch einmischen?
Ist nicht gerade die Rettung von Menschen zentrales Thema der Bibel und somit auch der Kirchen?

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 15:56 Uhr

Bisher waren die Christen aber immer dafür bekannt, sich nichts aus Umweltschutz zu machen, weil ja nach Offenbarung 21, 5 Jesus eines Tages eh alles neu machen wird.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 17:57 Uhr

Draeggsaggzum BeitragBisher waren die Christen aber immer dafür bekannt, sich nichts aus Umweltschutz zu machen

Hast du noch nichts gehört von der "unheiligen Dreifaltigkeit":
Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Das waren zumindest irgendwann die Themen der "liberalen"* Kirchen (aus Sicht der "Frommen" im Lande). Ob sie es noch sind, weiß ich nicht, dafür bin ich inzwischen zu weit weg von der EKD und ihren Gliedkirchen, und habe schon lange keine landeskirchliche Predigt mehr gehört.

*liberal steht in Anführungszeichen, weil es damals, als es in meinem Umfeld thematisiert wurde, als Abgrenzung so genannt und empfunden wurde - die obengenannten Themen wurden als DIE Themen der Kirchen empfunden, anstelle von Sünde, Jesus und Erlösung


Nachtrag vom 23.09.2019 17:58:49


also "Bewahrung der Schöpfung" / Umweltschutz war in meiner Jugend schon eines der Themen der Kirchen.
In die Richtung deiner Argumentation gingen eher "die Frommen" außerhalb der EKD-Gliedkirchen.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:18 Uhr

Piniazum BeitragGerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Das sind auch heute noch wichtige Themen - mehr denn je. Was daran jetzt "unheilig" sein soll, verstehe ich allerdings nicht.
Piniazum BeitragOb sie es noch sind, weiß ich nicht, dafür bin ich inzwischen zu weit weg von der EKD und ihren Gliedkirchen, und habe schon lange keine landeskirchliche Predigt mehr gehört.

Das gilt sowohl für katholische als auch evangelische Christen - und erfreulicherweise auch für einige Freikirchen - die Altkatholiken sowieso, aber ich habe auch bei den Baptisten schon Predigten gehört, die sich mit solchen Themen befassten - und damit, was man als Einzelner sowie als Gemeinde zu einer gerechteren Wirtschaftsordnung sowie zur Bewahrung der Schöpfung beitragen kann.
Piniazum Beitragdie obengenannten Themen wurden als DIE Themen der Kirchen empfunden, anstelle von Sünde, Jesus und Erlösung

Warum muss sich das gegenseitig unbedingt ausschließen? Ich fürchte, ich bin mal wieder zu doof um das zu kapieren.
Gut, Sünde, Jesus und Erlösung sind halt exklusiv christliche Themen, die andere Menschen nicht unbedingt interessieren.
Aber Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung geht ja alle an, egal welcher Religion oder Weltanschauung. Wir sind ja als Christen auch Teil der Welt, in der wir leben.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:02 Uhr

Draeggsaggzum BeitragBisher waren die Christen aber immer dafür bekannt, sich nichts aus Umweltschutz zu machen, weil ja nach Offenbarung 21, 5 Jesus eines Tages eh alles neu machen wird.


Das ist Unsinn.

Denn schon in der Schöpfungsgeschichte ist uns Menschen mit auf den Weg gegeben, die Erde zu bewahren.

Ausserdem sind wir nicht zum Stillhalten aufgefordert, sondern von Jesus höchstpersönlich zum Handeln, bis ER wiederkommt.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:20 Uhr

Irrwischzum BeitragDenn schon in der Schöpfungsgeschichte ist uns Menschen mit auf den Weg gegeben, die Erde zu bewahren.

Richtig. Außerdem sind Christen, die sich einen Driss um Klima und Umwelt scheren und das durch ihr Verhalten zeigen, ein ganz mieses Zeugnis für den Glauben.
Das schreckt eher ab als dass es irgendwen überzeugt.

Re: Vorschläge zur Rettung des Klimas

27.09.2019 15:45 Uhr

Suzanne62zum Beitrag Außerdem sind Christen, die sich einen Driss um Klima und Umwelt scheren und das durch ihr Verhalten zeigen, ein ganz mieses Zeugnis für den Glauben.


Wir können ja mal Vorschläge zur Rettung des Klimas sammeln oder wenigstens dafür, dass es nicht immer noch schlimmer wird mit dem Klimawandel.
Da gäbe es nämlich eine ganze Menge davon, die wenigstens konstruktiver wären als zu Talkshows herumzureisen und Politiker zu beschimpfen.
Meiner Meinung nach ginge es nur mittels einer Art Ökofaschismus und Verbote, Appelle haben bisher nur dazu geführt, dass ein Gletscher nach dem anderen abschmilzt und es Trockenschäden gibt und keinen Frühling und keinen Herbst mehr gibt.

Ich fange mal an: es gibt heute im Digitalzeitalter kaum noch etwas, was besser kontrolliert werden kann als Flugbewegungen.

1.) Privat-Reise- Flüge sind nur noch alle drei Jahre erlaubt.
2.) Deutschland- Inlandflüge werden komplett verboten.
3.) Feuerwerke (Feinstaubbelastung!) werden komplett verboten, auch und gerade zu Sylvester, (die Kirche sollte ein Interesse daran haben, weil es ein heidnischer Brauch ist und nicht biblisch begründet).
4.) SUV werden verboten und dürfen nicht mehr produziert werden.
5.) Haus-Isolierungen werden bindende Vorschrift.
6.)..... undsoweiter, wer hat noch andere Ideen?

Re: Vorschläge zur Rettung des Klimas

27.09.2019 21:20 Uhr

Politiker sollen nicht Einzelflüge zu ihren Terminen nutzen, sondern gemeinsam mit dem Segelboot fahren.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:07 Uhr

Irrwischzum BeitragIst nicht gerade die Rettung von Menschen zentrales Thema der Bibel und somit auch der Kirchen?


Ja, aber nicht die Rettung vor allem irdischen Unheil, sondern die Rettung vor dem ewigen Tod.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 17:12 Uhr

Also, ich finde einige Stellen, wo es durchaus auch um Rettung aus Leibesnot ging...

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 17:39 Uhr

ja natürlich - auch. Aber das zentrale Rettungs-Thema ist es nicht.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:05 Uhr

Banjizum BeitragJa, aber nicht die Rettung vor allem irdischen Unheil, sondern die Rettung vor dem ewigen Tod.



Ich zumindest kann da nicht trennen.
Beide sind für mich miteinander verwoben.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Boatpeople in den 70ger Jahren und weiß darum, dass damals von meiner Freikirche für diese Menschen extra Häuser gebaut wurden.

Was ist denn das für ein Evangelium, das nur die Ewigkeit im Blick hat?
Bei Jesus sehe ich diese Handlungsweise nirgends.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 01:25 Uhr

Irrwischzum BeitragWas ist denn das für ein Evangelium, das nur die Ewigkeit im Blick hat?
Bei Jesus sehe ich diese Handlungsweise nirgends.

Der Jakobusbrief erklärt Glauben ohne Werke der Barmherzigkeit für nutzlos.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 11:39 Uhr

Aber gerecht werden wir durch Glauben, nicht durch Werke. So nun wieder der Römerbrief.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 16:14 Uhr

Draeggsaggzum BeitragOder sollte sie sich da raus halten und sich auf ihre Hauptaufgabe, - der Verkündigung des Wortes Gottes - konzentrieren?


Es ist in der Tat ihre Hauptaufgabe. Das ist die eine Seite. Was aber der Hörer für Konsequenzen daraus zieht für sein persönliches, gesellschaftliches oder soziales Engagement - das ist die andere Seite.

Was nicht geht in der Verkündigung der Kirche ist, an diesen Beispielen:

Draeggsaggzum Beitragdie Anschaffung und Betreuung eines Schiffes zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer zu nennen und die Beteiligung an Demonstationen zur Klimarettung.


wahres Christ-sein zu messen. Hier kann jeder - zu Recht - unterschiedliche Sichtweisen haben und Schwerpunkte setzen.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 22:44 Uhr

Banjizum BeitragWas nicht geht in der Verkündigung der Kirche ist, an diesen Beispielen:
Draeggsaggzum Beitrag

die Anschaffung und Betreuung eines Schiffes zur Rettung Schiffbrüchiger im Mittelmeer zu nennen und die Beteiligung an Demonstationen zur Klimarettung.

wahres Christ-sein zu messen. Hier kann jeder - zu Recht - unterschiedliche Sichtweisen haben und Schwerpunkte setzen.


Eben, das kann man auch genau umgekehrt sehen. Man würde sich hier quasi als verlängerter Arm der Schleppermafia betätigen und dazu beitragen, dass nicht weniger sondern noch mehr Leute im Miitelmeer ertrinken.
Es ist oft so, wenn man etwas Gutes tun will, dass etwas Böses dabei herauskommt, das steht auch genau so in der Bibel.
Und wenn Leute nach Deutschland geholt werden, denen dann doch kein Asyl zusteht und die wieder abgeschoben werden, dann hat man nur unnötig CO2-Ausstoß verursacht und aktiv zum negativen Klimawandel beigetragen. Und das alles auf Kosten der Kirchensteuerzahler.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 07:39 Uhr

Draeggsaggzum BeitragEben, das kann man auch genau umgekehrt sehen. Man würde sich hier quasi als verlängerter Arm der Schleppermafia betätigen und dazu beitragen, dass nicht weniger sondern noch mehr Leute im Miitelmeer ertrinken.


Passt genau zu deiner Meinung, dass wir unsere Erde ruhig verkommen lassen könnten, weil Got am Ende sowieso alles neu macht.

Ich stelle mir grad deine Wohnung vor mit dieser Einstellung.

Ich stelle mir grad vor, dass du krank zum Arzt gehst mit einer aussichtislosen Diagnose, aber deine schwere Krankheit durch ärztliche Kunst doch erträglich gelindert werden könnte und dein Arzt sagt:

"Um Krankenkassen zu schonen und nachfolgende Kranke abzuschrecken lassen wir dich elendiglich verrecken, Schmerzmittel gibt es keine und weil Pflegekräfte Mangelware sind, gibt es kein Krakenbett.
Zwar bist du vorher von deinem Arbeitgeber ausgebeutet worden.
Was sehr mit zu deiner schlimmen Krankheit geführt hat.
Aber um den Strom der ähnich Kranken einzudämmen gibt es für dich jetzt keine Hilfe! Es muss doch endlich mal ein Exempel stattfinden, um endlich klar zu machen, dass ählich schwer Erkrankte den Krankenkassen nicht mehr zur Last fallen und die Krankenbetten verstopfen!"

Für mich kommt nichts Böses dabei heraus, wenn Menschen menschenwürdig behandelt werden.

Weil auch ich Menschenwürde achten und menschenwürdig behandelt werden möchte.

Ach ja, und da war noch etwas.

Sagte nicht Jesus einst zu Seinen Jüngern auf deren Frage, wo sie Jesus Gutes getan hätten:

" Alles, was ihr Menschen getan habt, die zu den Bedürftigen gehören, das habt ihr mir getan!"

So wat aber auch.....................


Ach ja, und noch etwas:

Vielleicht ist es gut, vor der eigenen Türe zu fegen und nicht den CO2 Ausstoss von Rettungsaktionen und Rückführungen als Scheinargument zu missbrauchen.
Das ist für mich übelste Meinungsmache!

Mit ist zwar wichtig, Klimawanel etwas entgegen zu setzen.
Aber ihn gegen Menschen in Not auszuspielen läßt mir mein Frühstück wieder.............ihr könnt es euch gerne selbst weiter denken...........

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 11:50 Uhr

Irrwischzum BeitragFür mich kommt nichts Böses dabei heraus, wenn Menschen menschenwürdig behandelt werden.


Natürlich nicht. Aber das "wie" muss politisch diskutiert werden, weil die
die Lösung der Probleme nicht in der ewigen Aufnahme von Millionen Afrikanern in Europa liegen kann.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 12:38 Uhr

Irrwischzum BeitragFür mich kommt nichts Böses dabei heraus, wenn Menschen menschenwürdig behandelt werden.


Du musst aber unterscheiden zwischen Individuum und Politik.
Wir können zum Beispiel nicht aus lauter Menschenliebe ganz Afrika in Deutschland aufnehmen, jedenfalls nicht über die Politik.
Weil der deutsche Kanzler/ die Kanzlerin immer bei seiner / ihrer Vereidigung auf das Wohl der Menschen in Deutschland vereidigt wird und nicht auif das Wohl der Menschen in Afrika.
Wenn Dir das Thema aber am Herzen liegt, bleibt es Dir unbenommen, einen oder mehrere Flüchtlinge bei Dir aufzunehmen, heute haben ja viele Leute in Deutschland große Wohnungen mit etlichen leerstehenden Zimmern.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 15:25 Uhr

Ich unterscheide zwischen Menschen und Politik!

Ganz Afrika spricht wieder seine eigene Sprache der masslosen Übertreibung.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 12:48 Uhr

Irrwischzum BeitragPasst genau zu deiner Meinung, dass wir unsere Erde ruhig verkommen lassen könnten, weil Got am Ende sowieso alles neu macht.

Ich stelle mir grad deine Wohnung vor mit dieser Einstellung.


Da hast Du was falsch verstanden, "Drecksack" bedeutet nicht, dass meine Wohnung schmutzig und verlottert und unordentlich ist, (die habe ich gerade noch gestern aufgeräumt und staubgesaugt) es bedeutet nur, dass ich im Vergleich zu Christus nur ein "Drecksack" bin und von Seiner Gnade abhängig bin


Nachtrag vom 24.09.2019 12:49:37


das war und ist auch nicht "meine Meinung" sondern habe ich erst mal so zur Diskussion in den Raum gestellt.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 11:47 Uhr

Draeggsaggzum BeitragMan würde sich hier quasi als verlängerter Arm der Schleppermafia betätigen und dazu beitragen, dass nicht weniger sondern noch mehr Leute im Miitelmeer ertrinken.


Das wird auch leider so kommen. Die Seenotrettung in der gegenwärtigen Praxis führt das Geschäft der Schlepper weiter.
Die Seenotrettung kann aber nicht der Freifahrtschein für Europa sein. Seenotrettung heißt: den nächsten Hafen ansteuern und das ist, wenn man Libyen ausklammert, Tunesien oder Ägypten.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 12:24 Uhr

Banjizum BeitragDie Seenotrettung kann aber nicht der Freifahrtschein für Europa sein. Seenotrettung heißt: den nächsten Hafen ansteuern und das ist, wenn man Libyen ausklammert, Tunesien oder Ägypten.


Eben, sag ich doch, ich weiß gar nicht, warum Irrwisch sich aufregt und herumphantasiert.
Es gibt nichts komplizierteres und schwierigeres als Gutes zu tun.
Wenn man spontan aus lauter Menschengüte dem Alkoholiker Geld gibt, wird der umso eher einen qualvollen Tod durch kaputte Leber sterben.
Darüber sollte Irrwisch mal nachdenken.
Es ist genau so wie mit unserer Heulsuse Greta, vielleicht kann der mal jemand erklären, dass Klima nicht einfach an den Landesgrenzen halt macht und selbst wenn es Europa gar nicht geben würde, das Klima sich nicht mehr grundlegend ändern wird.
Da müsste man schon die USA, China und Indien mit ins Boot nehmen, es wäre purer Hochmut, wenn wir uns einbilden würden, ganz Asien und Indien und China beeinflussen zu können.
Wir sind nicht Gott, auch wenn die Schlange im ersten Mosebuch uns das suggeriert.
Das Einzige, was durch solche kopflose Aktionen sicher ist, ist, dass der Strompreis kontinuierlich steigen wird.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 15:18 Uhr

Irrwisch hat Sorgen, dass die Menschlichkeit und Nächstenliebe keine Priorität hat. Diese Sorge ist richtig, aber sie übersieht, dass manche Probleme eben nur globalpolitisch gelöst werden können und nicht in dem man Europa für ganz Afrika öffnet.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 15:22 Uhr

Draeggsaggzum BeitragWenn man spontan aus lauter Menschengüte dem Alkoholiker Geld gibt, wird der umso eher einen qualvollen Tod durch kaputte Leber sterben.
Darüber sollte Irrwisch mal nachdenken.


Ist es für dich analog, Menschen absaufen zu lassen im Mittelmeer und Menschen durch unvernünftige Alimentierung sich zu Tode durch Alkohol saufen zu lassen?

Letzteres ist übrigens eine Krankheit, Ersteres ziemlich großer Not geschuldet.

Ach, und noch etwas:

Über Menschen verächtlich reden ist wohl leichter, als ihnen solches direkt mitzuteilen, oder warum redest du mit Banji über mich?

Und noch etwas Weiteres:

Vor Greta und ihrem Engagement für unsere Erde habe ich großen Respekt, vor Dreaggsagg eher nicht. Das mag euch beide unterscheiden.
Aber nicht nurdas.
Von dir lese ich eher nur Destruktives und wenig Mutmachendes.

Und noch etwas:

Wir können nicht erst dann anfangen mit Klimaschutz, wenn auch der letzte Hampel die Erderwärmung wahrgenommen hat.
Das wird der St. Nimmerleinstag sein.

Unsere junge Generation ist mutig und beschämt so manche, die ihre Hintern in dem Punkt nicht aus dem Sessel hochbekommen.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 16:06 Uhr

Irrwischzum BeitragVor Greta und ihrem Engagement für unsere Erde habe ich großen Respekt, vor Dreaggsagg eher nicht.


Jeder Mensch verdient Respekt, egal ob ich seine Meinung teile oder nicht. Wenn ich nur noch Respekt vor denen habe, die gleicher Meinung sind wie ich … dann sind wir wieder bei 1933 und 1949.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 16:21 Uhr

Banjizum BeitragJeder Mensch verdient Respekt, egal ob ich seine Meinung teile oder nicht. Wenn ich nur noch Respekt vor denen habe, die gleicher Meinung sind wie ich … dann sind wir wieder bei 1933 und 1949.


Lieber Banji,

mir geht es nicht darum, dass ein Mensch mit mir einer Meinung sein muss,um vor ihm Respekt zu haben.

Ich sprach aber von großem Respekt.
Das macht für mich den Unterschied.
Und hat nichts mit 1933 oder 1949 zu tun.

tf8

Woran orientiert sich Kirche?

23.09.2019 19:05 Uhr

Draeggsaggzum Beitragim letzten "Wort zum Sonntag" im ARD wurde ein interessanter Gesichtspunkt aufgegriffen: sollte die Kirche sich überhaupt in Gesellschaftsthemen und in die Politik einmischen?


Wenn sie Jesus zum Vorbild nimmt würde sie es einerseits nicht tun, das einmischen.

Andererseits aber auch Unrecht benennen.

Sie hat aber auch einen Interessenkonflikt.
Sie bezieht ihren Lebensunterhalt nicht nur direkt von Gott sondern auch vom Staat, daher ist sie durch diesen Bezug der Meinung des Staates.
Ferner auch gezwungener Maßen der Meinung des Staates, weil, wenn sie sich offen gegen ihn stellt, er sich auch offen gegen die Kirche stellen kann, und auch Mittel und Wege nutzen kann, ihr zu schaden, sie zu belasten.


Draeggsaggzum BeitragOder sollte sie sich da raus halten und sich auf ihre Hauptaufgabe, - der Verkündigung des Wortes Gottes - konzentrieren?


Im Vergleich mit Unternehmen gibt es da meiner Erinnerung nach für beides Beispiele.

Also für Untergang durch Abwenden von dem Hauptgeschäft, als auch für Erfolg in anderen Geschäftsfeldern.

Aber so generell birgt das Verlassen der Hauptaufgabe ein großes Risiko, und nur geringe Erfolgsaussichten.

Es ist für mein Verständnis hierbei auch nicht so, wie bei einem Unternehmen, welches neue Geschäftsfelder erschließt.

Sicher will sie alles gleichzeitig tun.

Verkünden, und auch gleich die verbindliche Auslegung mit verkünden, und aus der verbindlichen Auslegung auch gleich die richtigen Taten folgen lassen.

Nur, das Problem, welches ich hier sehe, außer dem Papst ist meines Wissens nach kein Mensch unfehlbar.

Und beim Papst habe ich da starke Zweifel.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

23.09.2019 20:21 Uhr

Draeggsaggzum BeitragSollte die Kirche sich überhaupt in Gesellschaftsthemen und in die Politik einmischen?
Ja.

Draeggsaggzum BeitragOder sollte sie sich da raus halten und sich auf ihre Hauptaufgabe, - der Verkündigung des Wortes Gottes - konzentrieren?
Die Verkündigung des Wortes Gottes ist eine Aufgabe unter vielen. Jesus fordert dazu auf Täter des Wortes zu sein. Die Kirche muss also auch etwas tun, nicht nur reden.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 11:56 Uhr

lhoovpeezum BeitragDie Verkündigung des Wortes Gottes ist eine Aufgabe unter vielen.


Falsch. Sie ist "die" Aufgabe der Kirche, für die sie das Alleinstellungsmerkmal hat. Sich engagieren im sozialen, gesellschaftlichen, politischen Bereich können auch Heiden, Muslime, Hinduisten usw.

lhoovpeezum BeitragDie Kirche muss also auch etwas tun, nicht nur reden.


Das müssen dann die, die die Verkündigung gehört haben.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 17:53 Uhr

Banjizum BeitragFalsch. Sie ist "die" Aufgabe der Kirche, für die sie das Alleinstellungsmerkmal hat. Sich engagieren im sozialen, gesellschaftlichen, politischen Bereich können auch Heiden, Muslime, Hinduisten usw.
Weil es andere können, müssen wir es nicht machen? Wo ist da die Logik?

Wir sollen unseren Nächsten lieben wie uns selbst. Das ist auch Aufgabe der Kirche.

Die Kirche auf Verkündigung zu reduzieren... auf solch eine Kirche kann ich verzichten.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 19:31 Uhr

lhoovpeezum BeitragWeil es andere können, müssen wir es nicht machen?


Nein, so meine ich es nicht, sondern ich will sagen: die Verkündigung ist unser Alleinstellungsmerkmal. Das macht niemand anders sonst. Aber die Verkündigung ist dann auch die Quelle aus der sich Engagement ableitet, die Engagement begründet.

Wichtig dabei scheint mir auch was Du unten geschrieben hast. Nämlich zu unterscheiden was politisch und was parteipolitisch ist.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

24.09.2019 09:05 Uhr

Parallel läuft gerade ein thread, in dem es um William Booth, den Gründer der Heilsarmee geht.

Er ist ein sehr prominentes und wichtiges Beispiel dafür, dass Glaube und Diakonie eng miteinander verbunden sind und auch sein müssen.
Damit geht einher, auf gesellschaftliche Misstände hinzuweisen und sich auch einzumischen, wenn man möchte, dass alle Menschen das Wort Gottes hören und erfahren dürfen. Denn wer hungert oder um sein Leben fürchten muss, ist dazu gar nicht in der Lage.

Ausserdem ist die Erde und sind alle Menschen Gottes Schöpfung und Geschöpfe, für die wir Sorge zu tragen verpflichtet sind.

Re: Wo ist der Unterschied?

24.09.2019 11:10 Uhr

Draeggsaggzum Beitragsollte die Kirche sich überhaupt in Gesellschaftsthemen und in die Politik einmischen?
Oder sollte sie sich da raus halten und sich auf ihre Hauptaufgabe, - der Verkündigung des Wortes Gottes - konzentrieren?
Ist denn die Verkündigung des Wortes Gottes nicht bereits eine Einmischung in Gesellschaft und Politik?

Re: Wo ist der Unterschied?

24.09.2019 11:43 Uhr

Ein interessanter Gedanke. Wobei die Kirche die Aufgabe der Verkündigung hat und es dann die Hörer sind, die Predigt und gehörtes Wort dann - ihrer Gaben und Schwerpunktsetzungen - als "Einmischung" umsetzen müssen.

Das kann Engagement für das Klima sein, für Ungeborene, für Menschen in Not, für die Kranken in der Gemeinde, für das Lob Gottes in der Musik pp.

Re: Wo ist der Unterschied?

24.09.2019 12:23 Uhr

Banjizum BeitragWobei die Kirche die Aufgabe der Verkündigung hat und es dann die Hörer sind, die Predigt und gehörtes Wort dann - ihrer Gaben und Schwerpunktsetzungen - als "Einmischung" umsetzen müssen.
In den Evangelien und der Apostelgeschichte können wir sehen, wie allein schon die Verkündigung für Aufruhr in Gesellschaft und Politik gesorgt hat.
Banjizum BeitragDas kann Engagement für das Klima sein, für Ungeborene, für Menschen in Not, für die Kranken in der Gemeinde, für das Lob Gottes in der Musik pp.
Richtig. Und ergänzend anhand Mt 25,31ff: Für Hungernde und Dürstende, Fremdlinge, Nackte und Gefangene. Und nicht nur die der Gemeinde (V.45).

Re: Wo ist der Unterschied?

24.09.2019 15:16 Uhr

billy-shearszum BeitragIn den Evangelien und der Apostelgeschichte können wir sehen, wie allein schon die Verkündigung für Aufruhr in Gesellschaft und Politik gesorgt hat.


Es war die Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Christus, der die Aufruhr verursacht hat, nicht die Diskussion und Verkündigung gesellschaftliche Probleme und Sorgen.

Die EKD hat ihre Lektion hoffentlich gelernt.

24.09.2019 17:47 Uhr

In der Nazi-Zeit hat sich der damaliger Pfarrer meiner Heimatgemeinde eingemischt. Er hat gegen die Tötung Behinderter gepredigt und ist kurz darauf verhaftet - aus dem Konfirmandenunterricht heraus, mein Vater hat das als Konfirmand miterlebt - und ins KZ Dachau gebracht worden.

Er hat damit zu den wenigen löblichen Ausnahmen gehört. Die meisten haben lieber unauffällig, sich nicht einmischend gepredigt.

Die häufig anzutreffende fromme Weltabgewandheit ist noch während dieser Zeit auch von Dietrich Bonhoeffer kritisiert worden.

Es gibt Menschen, die es für unernst,
Christen, die es für unfromm halten, auf eine bessere irdische
Zukunft zu hoffen und sich auf sie vorzubereiten. Sie glauben
an das Chaos, die Unordnung, die Katastrophe als den Sinn des
gegenwärtigen Geschehens und entziehen sich in Resignation
oder frommer Weltflucht der Verantwortung für das Weiterleben
für den neuen Aufbau, für die kommenden Geschlechter.


Nach dem Krieg kam das sog. Stuttgarter Schuldbekenntnis. Teilzitat:

Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.


Vor diesem Hintergrund darf man von der EKD erwarten, dass sie sich eher zu viel als zu wenig einmischt, um den gleichen Fehler wie damals kein zweites Mal zu machen. Ich finde das auch richtig.

Thomas

Politisch ja, Parteipolitisch nein

24.09.2019 17:58 Uhr

Das ist auch noch ein Aspekt, der zu unterscheiden ist.

Re: Politisch ja, Parteipolitisch nein

24.09.2019 21:03 Uhr

Parteipolitisch sieht es ja sogar so aus, dass die AfD -eine Partei, die den menschengemachten Klimawandel schlicht ableugnet-, bei allen Wahlen in letzter Zeit immer die höchsten Stimmenzuwächse hat, bis hin sogar zur Verdopplung ihrer Stimmen.

Re: Sollte die Kirche sich einmischen?

30.09.2019 10:51 Uhr

Wenn wir unser Christenleben am höchsten Gebot ausrichten (Gott lieben & den Nächsten wie uns selbst), dann geht es gar nicht anders, als sich einzumischen.

Jesus hat diese Liebe gelebt und entsprechend das Reich Gottes verkündet. In diesem Reich sind Christen "königliche Priester". Jetzt herrschen wir im unsichtbaren Bereich mit Christus zusammen. Als ekklesia (im Griechischen ein Begriff für die politische Versammlung) ehren wir Gott, stärken uns gegenseitig und beten u.a. für die Obrigkeit. Eines Tages wird diese Christus-Herrschaft für alle offenbar werden.

D.h.: Wir haben durchaus ein politisches Verständnis. Unsere Reich Gottes-Politik ist deshalb nicht von dieser Welt, weil sie nicht nach irdischen Aspekten verläuft und im Himmel gegründet ist.

Ja, wir agieren politisch - aber in einem anderen Sinn als es in politischen Systemen dieser Welt üblich ist.
Unser Antrieb sind Gottes Reich und Seine Liebe.

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