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07.01.19 10:07
holscha
 
 
07.01.19 19:05
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Stillung des Sturmes

Die Stillung des Sturmes / Markus 4
24.10.2018 11:30
Markus 4
35 Und am Abend desselben Tages sprach er zu ihnen: Lasst uns ans andre Ufer fahren.
36 Und sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war, und es waren noch andere Boote bei ihm.
37 Und es erhob sich ein großer Windwirbel, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass das Boot schon voll wurde.
38 Und er war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, fragst du nichts danach, dass wir umkommen?
39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.
40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?
41 Und sie fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind!


In der Tradition gibt es in der Auslegung der Bibel den Gebrauch des vierfachen Schriftsinnes:

Literalsinn = wörtliche, geschichtliche Auslegung
Typologischer Sinn -Interpretation „im Glauben“ = dogmatisch-theologische Auslegung
Tropologischer Sinn - Interpretation „in Liebe“ = moralische Sinnebene, gegenwärtige Wirklichkeit einer Einzelseele
Anagogischer Sinn - Interpretation „in Hoffnung“ = endzeitlich-eschatologische Auslegung
——————–
Im folgenden meine Auslegung im Tropologischen Sinn.

Wenn man sich mit der Geisteswelt der damaligen Griechen, der jüdisch-griechischen Philosophie eines Philo oder der frühen christlichen Auslegung eines Kirchenlehrers wir Origines beschäftigt, dann bekommen die Bilder der Evangelien Zuordnungen, die damals geläufig waren und von den damaligen Lesern auch so verstanden wurden:
Alles was mit Luft und Wind in Beziehung steht, wurde als Audruck des „Geistes“ (pneuma und Wind ist das gleiche Wort) verstanden, der „weht wo er will“, dessen Ursprung nicht sichtbar ist und dennoch alles bewegt.
Das Wasser wurde in Beziehung mit den Fühlen, den Emotionen, also der Seele gesetzt, die Erde mit dem Leib und allem Festen und das Feuer mit Willen Gottes, mit Gott selbst (siehe den brennenden Dornbusch)

Psalm 25
16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend.
17 Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Nöten!
18 Sieh an meinen Jammer und mein Elend und vergib mir alle meine Sünden!
19 Sieh, wie meiner Feinde so viel sind und zu Unrecht mich hassen.
20 Bewahre meine Seele und errette mich; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich!

Bewahre meine Seele in all dem Jammer, Elend und der Absonderung in der ich Lebe….

————————-
Auslegung:
Der Mensch (die Jünger) fährt in seinem Boot (dem Leib = also "abgesondert" vom Himmelsreich, in seinem Einzel-Bewusstsein) durch seine Emotionen, seine Liebe, seine Ängste, die er oft nicht begreifen kann. Stimmungen die einfach auftauchen, Ängste die beengen, Freude die erfüllt.
Einem Christen dürfte das nicht ängstigen – aber Christus schläft. Haben wir ihn schlafen lassen, war ER erschöpft? Wie auch immer Christus schläft und in unserer Seele wirbeln die Gedanken (Wirbelwinde = Geist = Gedanken) alles auf, die umgebenden Sorgen, das Elend, die Ängste machen uns handlungsunfähig (das Boot läuft voll). Hoher Blutdruck, rasendes Herz, Unruhe, beklemmende Brustschmerzen, oder Museklverspannungen (vor allem im Rücken, weil so viel „ertragen“, „getragen“ werden muss) = und Christus schläft
Ja – dann wecken wir ihn doch mal auf:
Und der erwachende „Christus in uns“ gebietet unserem Wirbelwind (Gedankenkarusell), unsere Ängste und Sorgen (das Wasser) und er fragt:
„Habt ihr kein Vertrauen?“

Meine Gedanken bei dieser Textstelle ist: wenn wir wissen, dass Christus in uns ist – dann ist es doch egal ob er wach oder schlafend ist. ER ist DA in all unseren Ängsten und Sorgen, wir haben ihn in unserem „Boot“ auf unserem „Wasser“ (Seele) immer bei uns, denn wir sind seine Jünger.
Und wir sollten uns nicht fragen: „Wer ist dieser?“ (ein böser Geist, ein Dämon, ein falscher Gott?) - nein, wir wissen dass wir Christus nachfolgen, dass seine Geistkraft in uns wirkt und auch wenn er für unser Bewusstsein schläft = er ist immer DA.

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