Jesus.de finanziert sich durch Spenden seiner Nutzer und durch Werbung. Danke für das Beachten der Anzeigen unserer Sponsoren! Jesus.de unterstützen!

Der Thread ist geschlossen!

Ansicht wird aktualisiert
 
 
09.11.18 20:17
anonyma e5030404c
 
 
09.11.18 20:29
LittleBat
 
 
09.11.18 20:40
marieta
 
 
09.11.18 21:16
Wolkentochter
 
 
09.11.18 21:25
Eddie78
 
 
10.11.18 06:47
MusashiHaiku
 
 
10.11.18 07:39
Ralf_Maier
 
 
10.11.18 10:35
Vigil

Verpasste Chance

Hauptsächlich möchte ich mir vom Herzen schreiben, was mich im Moment bewegt. Vielleicht möchte das jemand alles lesen und sogar etwas dazu schreiben. Darüber würde ich mich besonders freuen.

Mein Onkel ist gestorben. Als Kind hatte ich wenig Familie und erreichbar nur meine Eltern, die beide psychische Probleme hatten. Deshalb hatten wir auch sonst kaum Freunde oder irgendein Netzwerk, zu dem wir gehörten. Dummerweise habe ich auch noch Hobbys gehabt, bei denen man allein ist. So war ich den ganzen Tag unterwegs, hatte aber wenig soziale Kontakte.

Mein Onkel war für mich etwas ganz besonderes. Er besuchte uns ein- oder zweimal im Jahr einige Tage, worauf ich mich unglaublich freute. Er war wie das Tor zur Welt für mich, irgendwie fühlte ich mich in seiner Gegenwart normal, was ich sonst nicht kannte. Ich schämte mich damals eigentlich für alles, auch für meine Zuneigung zu meinem Onkel (die völlig normal war). Immer wieder hat mir meine Mutter erzählt, was ich wieder unmögliches und peinliches angestellt hatte und dass nun wirklich niemand mehr etwas von mir wissen will.

Obwohl ich in vielen Bereichen die Sprüche meiner Mutter ablegen konnte, sind sie in Bezug auf meinen Onkel geblieben. Durch eigene Krisen und weit entfernte Wohnorte habe ich nie richtig überprüft, wie es um unsere Beziehung stand. Ein einziges Mal besuchte ich ihn und seine Frau mit meinen Kindern und die Beiden waren - wie immer - sehr liebevoll. Was ich aber glaubte, waren die Worte meiner Mutter kurz danach, dass ich es mir nun wirklich mit ihnen verscherzt hatte.

Als ich nun anrief, um mein Beileid auszudrücken, spürte ich, wie ehrlich lieb mich mein Onkel gehabt haben musste. All das, was man hätte sagen können, um mir ein schlechtes Gewissen zu machen, sparte sich meine Tante. Sie war, trotz ihrer Trauer, lieb und wirklich ohne Vorwürfe. Sie hat sich wirklich über meinen Anruf gefreut und hatte mich überhaupt nicht abgeschrieben.

Wie sehr hätte ich solche Menschen in meinem Leben gebraucht und wie sehr meine Kinder. Dieses Ehepaar hat keine Kinder bekommen. Sie hätten Eltern- und Großelternersatz sein können, was wir leider auch auf der Seite meines Exmannes nicht gefunden haben.

Ich bin gerade so schockiert, wie ich so blind sein konnte. Irgendwie hatte ich mein ganzes Leben lang Angst und ein schlechtes Gewissen denen gegenüber, die mit offenen Armen dastanden. Dabei habe ich so viel in andere potentielle Eltern und Großeltern z.B. in der Gemeinde investiert, von denen so wenig zurückkam. Am Meisten schmerzt mich das meinen Kindern gegenüber.

Zu nächstem neuen Beitrag springen
© 2020 SCM Bundes-Verlag gGmbH - Impressum - Allgemeine Nutzungsbedingungen - Datenschutz